Landingpage erstellen: erst Botschaft, dann Baukasten

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Landingpage erstellen als Bauprozess: Seite aus Blöcken im Zusammenbau, der Headline-Block leuchtet orange

Wer zum Thema Landingpage erstellen recherchiert, bekommt vor allem Tool-Listen: dieser Baukasten, jenes Plugin, sechs Editoren im Vergleich. Dabei ist das Tool die unwichtigste Entscheidung auf dem Weg zu einer Seite, die Anfragen bringt. Ob deine Landingpage konvertiert, entscheidet sich bei Angebot, Botschaft und Aufbau, lange bevor du den ersten Editor öffnest. Dieser Artikel führt dich in der richtigen Reihenfolge durch alle Schritte: von der Entscheidung, was die Seite verkaufen soll, über die Elemente und Texte bis zu Technik und Livegang.

Eine Landingpage ist eine Entscheidung, keine kleine Website

Bevor du irgendetwas baust, hilft eine saubere Abgrenzung. Eine Landingpage ist eine einzelne Seite mit genau einem Ziel: Besucher aus einer bestimmten Quelle zu genau einer Handlung führen, meist einer Anfrage, einer Anmeldung oder einem Kauf. Keine Navigation, kein Themen-Mix, kein „Über uns“ mit Firmenhistorie. Alles auf der Seite zahlt auf die eine Handlung ein oder fliegt raus.

Das unterscheidet sie fundamental von deiner Website. Die Website ist ein Ort für viele Zielgruppen und viele Anliegen, vom Bewerber bis zum Bestandskunden. Die Landingpage ist ein Werkzeug für eine Kampagne. Genau deshalb funktioniert das Erstellen einer Landingpage auch anders als ein Website-Projekt: kürzer, fokussierter, und mit einer Kennzahl statt zehn Zielen.

Wenn du Kampagnen auf Meta oder Google schaltest und noch auf die Startseite verlinkst, ist der Wechsel auf eine eigene Kampagnen-Seite der größte einzelne Hebel, den du ziehen kannst. Warum Seiten trotz gutem Traffic keine Anfragen bringen, zeigt unser Artikel Landingpage konvertiert nicht.

Landingpage erstellen beginnt vor dem ersten Pixel

Die drei wichtigsten Entscheidungen beim Landingpage erstellen fallen, bevor ein Tool geöffnet wird. Wer sie überspringt, baut eine hübsche Seite ohne Wirkung.

Erstens: das Ziel, in einer Zahl. Was soll die Seite produzieren, und woran misst du das? „Mehr Sichtbarkeit“ ist kein Ziel. „Qualifizierte Anfragen über das Formular“ ist eins. Diese eine Kennzahl entscheidet später jede Detailfrage, von der Länge der Seite bis zur Zahl der Formularfelder.

Zweitens: die Zielgruppe und ihre Quelle. Eine Seite für kalten Social-Traffic argumentiert anders als eine Seite für Google-Sucher mit konkretem Bedarf. Die einen kennen ihr Problem noch nicht in deinen Worten, die anderen vergleichen bereits Anbieter. Leg fest, aus welcher Kampagne die Besucher kommen und was sie in dem Moment wissen und wollen.

Drittens: das Angebot. Niemand füllt ein Formular aus, um „mehr zu erfahren“. Es braucht einen konkreten Grund: eine Analyse, ein Erstgespräch mit klarem Ergebnis, eine Kostenschätzung. Das Angebot muss so spezifisch sein, dass sich die richtige Person gemeint fühlt und die falsche weiterzieht. Wenn dieses Angebot noch nicht existiert, ist das deine eigentliche Baustelle, nicht die Seite.

Die Elemente: was auf die Seite gehört und was nicht

Der Bauplan einer konvertierenden Seite ist kein Geheimnis, er folgt der Reihenfolge, in der Fragen im Kopf des Besuchers auftauchen.

Ganz oben, sichtbar ohne Scrollen: eine Headline, die das Versprechen der Anzeige wörtlich einlöst, eine Subline, die sagt für wen und wie, und ein Call-to-Action, der die Handlung mit ihrem Ergebnis benennt, also „Analyse anfordern“ statt „Absenden“. Dieser Bereich entscheidet in Sekunden, ob der Rest der Seite überhaupt eine Chance bekommt.

Darunter, in dieser Reihenfolge: der Nutzen aus Kundensicht statt einer Feature-Liste, Belege in Form von echten Ergebnissen, Namen oder Bewertungen, der Ablauf in drei bis vier Schritten, damit klar ist, was nach der Anfrage passiert, und schließlich das Formular mit einer Wiederholung des Angebots. Einwände, die häufig im Erstgespräch fallen, beantwortest du direkt auf der Seite, bevor sie zum Absprung führen.

Genauso wichtig ist, was fehlt: keine Hauptnavigation, keine Links zu Blog oder Team-Seite, kein zweites Angebot als Alternative. Jeder Ausgang, den du anbietest, wird genommen.

Beim Text selbst gilt: Besucher lesen nicht, sie scannen. Die Nielsen Norman Group hat schon in ihrer klassischen Untersuchung gezeigt, dass 79 Prozent der Nutzer Seiten scannen und nur eine kleine Minderheit Wort für Wort liest. Kurze Absätze, konkrete Zwischenüberschriften und eine gefettete Kernaussage pro Abschnitt sind deshalb keine Stilfrage, sondern Conversion-Technik.

Landingpage erstellen kostenlos: was Baukästen leisten und wo sie enden

Die Tool-Frage ist schnell beantwortet, wenn die Botschaft steht. Für den Start reicht fast jedes Werkzeug: Baukästen und Landingpage-Tools liefern Vorlagen, Formulare und Hosting, viele davon in einer kostenlosen Einstiegsvariante. Auch ein bestehendes CMS mit Page-Builder tut den Job. Wer Landingpages erstellen will, ohne zu programmieren, hat heute kein Technik-Problem mehr.

Ehrlich bleiben sollte die Rechnung trotzdem, denn kostenlos hat Grenzen, die genau dann stören, wenn die Seite ernsthaft arbeiten soll.

Die Konsequenz: Starte ruhig im Baukasten, aber bewerte ihn als das, was er ist, ein Vehikel für deine Botschaft. Wenn Kampagnen laufen und jede Stunde Ladezeit-Optimierung und jede Textvariante messbar Geld bedeutet, lohnt der Umstieg auf ein Setup, das auf Conversion gebaut ist. Wie das aussieht, wenn wir es übernehmen, steht auf unserer Seite zum Thema Landingpage erstellen lassen.

Technik-Basics: Ladezeit, Mobile und die Pflichten im DSGVO-Raum

Drei technische Punkte gehören vor jeden Livegang, unabhängig vom Tool.

Ladezeit. Jede Sekunde kostet Besucher, besonders auf dem Smartphone, wo der Großteil deines bezahlten Traffics ankommt. Googles Core Web Vitals messen kostenlos, wo deine Seite steht. Die häufigsten Bremsen sind unkomprimierte Bilder und Skripte, die du gar nicht brauchst.

Mobile zuerst. Prüf die Seite am Telefon, nicht am Desktop: Headline ohne Scrollen lesbar, Formularfelder tippbar, Call-to-Action im Daumenbereich. Eine Seite, die mobil quält, verliert genau dort, wo das Budget hinfließt. Das gilt für Suchanzeigen genauso wie für Social-Kampagnen, wie wir sie in der Meta-Ads-Betreuung aufsetzen.

Rechtliches. Impressum und Datenschutzerklärung sind auch auf einer Kampagnen-Seite Pflicht, ein Cookie-Consent ebenso, sobald Tracking läuft. Und bei Google Ads zahlt die Qualität der Zielseite direkt auf deine Anzeigenbewertung ein: Die Landing Page Experience ist eine der drei Komponenten des Quality Scores. Eine schnelle, relevante Seite senkt damit auch deine Klickpreise.

Nach dem Livegang: die erste Version ist der Anfang, nicht das Ergebnis

Der Moment, in dem die Seite live geht, ist nicht das Ende des Projekts, sondern der Start der eigentlichen Arbeit. Ab jetzt liefert jeder Besucher Daten: Wie viele kommen an, wie weit scrollen sie, wo brechen sie ab, wie viele fragen an. Ohne diese Messung bleibt jede Verbesserung ein Ratespiel.

Das Minimum an Setup ist klein: ein Analytics mit Conversion-Ereignis für die Anfrage, getrennt nach Kampagne, dazu ein Blick auf Scroll-Tiefe und Formular-Abbrüche. Damit siehst du nach den ersten Wochen, ob dein Engpass beim Ankommen, beim Überzeugen oder beim Formular liegt.

Fakt ist: Die erste Version einer Seite ist nie die beste. Sie muss es auch nicht sein, sie muss live sein und messen. Welche Hebel du danach in welcher Reihenfolge ziehst, von Message Match bis A/B-Test, haben wir im Artikel Landingpage Optimierung komplett durchdekliniert.

Damit ist der Weg vollständig: Landingpage erstellen heißt zuerst entscheiden, was die Seite für wen verkaufen soll, dann die Botschaft schreiben, dann bauen, live gehen und anhand echter Daten verbessern. Nimm dir für den Start dein wichtigstes Angebot vor und schreib heute die Headline, die Subline und die drei stärksten Belege auf. Wenn dieser Text steht, ist der Rest Handwerk. Und wenn du den Weg nicht allein gehen willst, sondern mit jemandem, der Seiten baut und an der Conversion misst, weißt du, wo du uns findest.

Häufige Fragen

Wie erstelle ich eine Landingpage ohne Programmierkenntnisse?

Mit einem Baukasten oder Landingpage-Tool: Vorlage wählen, Texte und Bilder einsetzen, Formular verbinden, veröffentlichen. Technisch ist das an einem Nachmittag erledigt. Die eigentliche Arbeit liegt davor: ein klares Angebot, eine Headline, die das Versprechen deiner Anzeige einlöst, und ein Formular, das nur das Nötigste fragt. Diese Entscheidungen trifft kein Tool für dich, und sie entscheiden über die Conversion Rate.

Was kostet es, eine Landingpage zu erstellen?

Die Spanne reicht von einem Baukasten-Abo für einen niedrigen zweistelligen Betrag pro Monat bis zu vier- oder fünfstelligen Projekten bei einer Agentur. Der Preis hängt daran, wer die Denkarbeit macht: Angebot schärfen, Texte schreiben, Varianten testen. Ein Baukasten liefert die Technik, aber keine Strategie. Rechne deshalb weniger in Tool-Kosten und mehr in der Frage, was dich jeder verlorene Besucher aus bezahltem Traffic kostet.

Wie lange dauert es, eine Landingpage zu erstellen?

Die erste Version einer fokussierten Seite ist in wenigen Tagen machbar: ein Tag für Angebot und Text, ein Tag für Umsetzung und Formular, ein Tag für Technik-Check und Tracking. Deutlich länger dauert es, wenn Design-Perfektion vor den Livegang gestellt wird. Der bessere Weg ist umgekehrt: schnell live gehen, echte Besucherdaten sammeln und die Seite anhand der Daten verbessern statt anhand von Meinungen.

Kann ich meine Homepage als Landingpage nutzen?

Für Kampagnen-Traffic ist das fast immer die schlechtere Wahl. Eine Homepage spricht viele Zielgruppen an, hat Navigation, Ablenkung und kein einzelnes Ziel. Eine Landingpage wiederholt das Versprechen genau einer Anzeige und bietet genau einen nächsten Schritt. Wer Werbebudget auf die Startseite schickt, bezahlt für Besucher, die sich erst orientieren müssen, und verliert einen Teil davon in der Navigation.

Wie viele Landingpages brauche ich?

Als Faustregel eine pro Kombination aus Angebot und Zielgruppe. Sobald sich das Versprechen der Anzeige ändert, braucht es eine Seite, die genau dieses Versprechen einlöst. Drei fokussierte Seiten für drei Kampagnen schlagen eine Universalseite für alles, weil jede einzelne präziser argumentieren kann. Mit einem sauberen Grundgerüst ist jede weitere Seite deutlich schneller erstellt als die erste.

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